Klima- und Energiewerkstatt Graz (KEWG) – spezifische Bildung ergänzend zur Schule

Klima- und Energiewerkstatt Graz (KEWG) – spezifische Bildung ergänzend zur Schule

Ziele und Methodik

Vorrangiges Ziel der Klima- und Energiewerkstatt Graz (KEWG) ist es, Jugendlichen im Alter von 6 bis 14 auf spielerische Art, im Experiment und über erlebnisorientiertes Lernen, Technologien, Zusammenhänge und Strategien zur Energiewende und zu Maßnahmen zum Klimaschutz verständlich zu machen. Das Angebot der KEWG sieht sich als Ergänzung zum regulären Schulbetrieb, in den Workshops soll Wissen insbesondere durch BEGREIFEN vermittelt werden.

Dem Ausmaß und der Qualität der Energieversorgung kommt eine wesentliche Rolle im Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe zu. Dabei ist der optimierte Einsatz unterschiedlicher, vor allem erneuerbarer Energieträger und einer Vielzahl von Technologien notwendig, gemeinsam mit der Notwendigkeit, den Strom-, Wärme- und Kältebedarf durch unterschiedliche Maßnahmen – baulich wie auch in Bezug auf die jeweilige Nutzung und das Nutze­rInnen-Verhalten – drastisch zu verringern. Das ist eine äußerst komplexe Aufgabenstellung, die eine dem jeweiligen Ausbildungsniveau entsprechende, verständliche, umfassende und praxisbezogene Information für die NutzerInnen erfordert, die nicht früh genug begonnen werden kann – schließlich werden Verhaltensmuster bereits im Kindesalter grundgelegt und sind mit zunehmendem Alter immer schwerer zu ändern, insbesondere wenn es – wie in der Klimathematik – um einschneidende Veränderungen geht. Wir schätzen fridays for future – wollen aber (almost) every day for future anbieten!

In der Klima- und Energiewerkstatt Graz, einem auf einer privaten Initiative aufgebauten, nicht geförderten Projekt des ENERGIEFORUM Steiermark (http://energieforum.st/; das Vorläuferprojekt des ENERGIEFORUM Lipizzanerheimat war über mehrere Jahre in Arnstein beheimatet), wurde Anfang 2020 in Graz ein Prozess zum Aufbau einer erlebnisorientierten Bildungsiniti­ative für Volksschulen sowie die Sekundärstufen I und II bereits erfolgreich gestartet.

In der authentischen Lernumgebung des Umspannwerks Süd der Energie Steiermark, in unmittelbarer Nähe zum neuen Murkraftwerk Puntigam, zum Fernheizwerk Graz und zu einer der größten thermischen Solaranlagen Europas, werden die Grund­lagen der Strom- Wärme- und Kältebereitstellung und -verwendung mit Schwerpunkt auf erneuerbaren Energiequellen, deren technische Umsetzung sowie die Herausforderungen und nötigen Innovationen in Form von Workshops erarbeitet.

Das erste Wissen um mögliche Antworten auf die Klimaänderungen und die damit verbundenen Technologien sollen Jugendliche möglichst früh erfahren. Die KEWG ermöglicht es 5 – 14-jähri­gen in einem betreuten und sicheren Umfeld in Begleitung ihrer LehrerInnen erste haptische und emotionale Erfahrungen mit Strom und Wärme zu machen. Das Verständnis der relevanten Elemente und Zusammenhänge einer erfolgreichen und nachhaltigen Energiewende ist die Ausgangsbasis für Entscheidungen in einer späteren Lebensphase, die – in der Familie wie im Beruf – besonders lange wirksame Effekte haben, wie z. B. die Wahl eines Gebäudes oder Energieversorgungssystems. Das Verständnis ist auch vielfach für die Wahl eines Berufsweges relevant, so klagen beispielsweise technikorientierte BMHS über Nachwuchsmangel, der sich letztlich auf universitäres Niveau fortsetzt, und das in besonderem Maß, was Frauen betrifft. Deshalb ist es ein besonderes Anliegen der Klima- und Energiewerkstatt Graz, auch bei Mädchen dieses Verständnis zu bewirken und das Interesse an einer technischen Ausbildung zu wecken. Es gibt bereits eine enge Kooperation mit einigen Schulen wie z.B. der VS Schönau, die einen hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund (über 90% mit nicht deutscher Muttersprache), deren Integration in den Bildungspro­zess mit Schwerpunkt MINT ebenfalls ein Anliegen des Projektes ist.

Besonderer Wert wird dabei auf die selbständige praktische Tätigkeit gelegt. Den Kindern und Jugendlichen wird ausreichend Gelegenheit gegeben, Lösungsansätze zu Problemen und Fragestellungen zu entwickeln, diese in die Praxis umzusetzen, die Ergebnisse zu bewerten und zu präsentieren (selbständiges expe­rimentieren, forschendes Lernen – Technische Bildung – Innovation). Dazu ist es auch erforderlich, die nötigen Werkzeuge, Messgeräte und Materialien kennenzulernen bzw. einzusetzen. Laufende Evaluierungen, das Eingehen auf technische Entwicklungen und Innovationen sowie der ständige Diskurs mit Pädagoginnen und Pädagogen bieten ein hohes Maß an Qualitätssicherung und Aktualität des Angebotes.

Kindergärten und Volksschulen – und zum Teil auch Mittelschulen – haben oftmals keine Aus­stattung für einen Unterricht in MINT-Fächern, zumindest aber nicht für energie- und klimarele­vante Experimente. Aus wirtschaftlichen Überlegungen ist es auch nicht sinnvoll, jede dieser Bil­dungseinrichtungen mit den neuesten Geräten und Expertisen auszurüsten.

Wir gehen davon aus, dass ein Interesse für MINT-Fächer, das bei Jugendlichen geweckt wurde auch auf ihre Familien abfärbt und die Klima- und Energiewerkstätten in Graz bieten daher auch die Möglichkeit der Benutzung von Arbeitsplätzen im Rahmen offener Werkstätten.

Die Geschäftsführung der KEWG, DI Dr. Rudolf Schwarz und DI Wolfgang Jilek, pflegt gute Kontakte zu zahlreichen Einrichtungen und Organisationen sowohl in er Energiewirtschaft wie auch im Bildungsbereich; das ENERGIEFORUM Steiermark als gemeinnütziger Verein, der im schulischen wie im außer­schulischen Bereich inhaltlich und pädagogisch profilierte Bildungsprogramme zu den The­men Erneuerbare Energien, Klimaschutz und Nachhaltigkeit initiiert und umsetzt, wobei besonderes Augenmerk dabei auf die gendergerechte und interkulturell adäquate Umset­zung der Thematik gelegt wird.

Die Energiewende und die Bekämpfung des Klimawandels sind ungeheure komplexe Aufgaben. Es ist deshalb von essenzieller Bedeutung für unsere Zukunft, dass die Jugendlichen, die in 20 Jahren auch an Schaltstellen der Republik sitzen werden, heute mit Lösungsansätzen vertraut gemacht werden, die sie BEGREIFEN und verstehen können. Die Klima- und Energiewerkstatt Graz als ein außerschulisches Bildungsangebot für Kin­dergärten, Volksschulen sowie die Sekundarstufen I und II bietet dazu die Möglichkeit.

 

DI Dr. Rudolf Schwarz                                  DI Wolfgang Jilek

http://graz.energieforum.st/